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Die Ferienregion Comer See PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Freitag, den 18. März 2011 um 13:21 Uhr


Der Comer See, der drittgrößte See Oberitaliens, von seinen Anwohnern gerne Lario (zur Römerzeit: Lacus Larius) genannt, gehört zu den schönstgelegenen Europas. Das finden nicht nur die Anwohner, nein auch die Urlauber, die den Sprung von berühmteren Gewässern wie Gardasee oder den Lago Maggiore herüber wagen, sind von diesem See so bezaubert, dass sie gerne immer wieder kommen.

Die Symbiose aus fast hochalpiner Landschaft, mediterraner Pflanzenwelt an den Ufern und die sich hoch den Berg hinaufziehenden Siedlungen beeindruckt am Lago di Como besonders. Kontrastreich gibt er sich im Frühling: Während auf den Bergen ringsum Schneefelder schimmern, entzündet sich unten an den sonnenverwöhnten Ufern ein Farbfeuerwerk. Kamelien und Azaleen, von gut betuchten Villenbesitzern in die Gärten gepflanzt, blühen um die Wette. Ausstellungen zu Ehren dieser farbenfrohen Gewächse locken schon im Februar die ersten Besucher an den See. Gerade die herrschaftlichen Villen sind für viele die Hauptattraktion rings um den Lago di Como. Von klein und verwunschen über komfortabel und elegant bis riesenhaft und prahlerisch präsentieren sie sich als bauliche Augenweide. Viele brillieren dazu mit atemberaubenden Parkanlagen voller Pflanzen aus aller Herren Länder. Auch die Bergwelt bietet Spezialitäten: Seltene alpine Pflanzen und Blumen sind hier heimisch geworden, nutzen wie die Reisenden das milde Klima des südlichen Voralpenraums.  Eine Vielzahl an Berghütten lässt auch längere Bergwanderungen zu keinem strapaziösen Abenteuer werden.

Bellagio am Comer See

Zweigeteilt zeigt sich das Landschaftsbild: Setzt der Süden einer ausgiebigen Besiedlung durch bis ans Ufer reichende Berge natürliche Grenzen, bietet der Norden urbanen Strukturen wesentlich mehr Entfaltungsmöglichkeiten. Die Gründe für die „Zweiteilung“ leuchten ein: Allein die südlich gelegenen Uferstraßen in den Fels zu schlagen, hat den Einheimischen im letzten Jahrhundert größte Anstrengungen abverlangt, während bei den „Nordlichtern“ Landwirtschaft und Fischerei blühten.

Im Süden locken die Städte Como und Lecco [Bild oben]: Shoppingtouren, Kulturevents und Sehenswürdigkeiten wie der Dom in Como führen die Beliebtheitsskala an. Wer sich für Kultur und Traditionen der alten Seidenstädte interessiert, findet hier ein großzügiges Museumsangebot. Weiter nördlich finden sich Mandello del Lario, die Geburtsstadt der berühmten Motorradmarke Moto Guzzi an der Ostseite, der Kulturort Cernobbio an der Westseite sowie Laglio, die Wahlheimat des Hollywoodstars George Clooney. In mittlerer Höhe des Sees liegt das mondäne Zentrum mit den Orten Bellagio, Tremezzo [Bild unten] und Cadenabbia, wo Konrad Adenauer regelmäßig Urlaub machte. Gegenüber findet sich Varenna, für viele der romantischste Ort der Gegend und daher Lieblingsziel Verliebter oder Heiratswilliger. Auf dieses Thema haben sich viele Anbieter spezialisiert, bieten Sie durchorganisierte Trauungen und Hochzeitsfeiern. Sehenswert ist hier die Burg Vezio oberhalb des Ortes.  Je weiter Sie in Richtung Norden vorstoßen, umso weitläufiger gibt sich die Landschaft – eine Einladung zu allerlei Freizeitvergnügen. Campingplätze finden hier den nötigen Raum, Sportanlagen, unter anderem für Wasser- und Pferdesport, und andere Freizeitmöglichkeiten haben sich in dieser Region angesiedelt. Wasserfreunde finden großzügige Liegewiesen, Schwimm- und Badebereiche – ideal für den Familienurlaub.

Obgleich der See heute für den Autoverkehr ausreichend erschlossen ist, überrascht manch alter Ortskern noch mit engen, teilweise einspurigen Straßen. Zunehmend entstehen Umgehungsstraßen zur Entlastung der Anwohner und Urlauber, die die Fahrt von Norden nach Süden spürbar erleichtern. An der Ostseite des Comer See gibt es zudem eine vierspurig ausgebaute Verbindungsstraße von Colico nach Lecco – die einfache Fahrt ist damit in nur 20 bis 25 Minuten zu schaffen. Nachteil: Die Strecke führt fast vollständig durch Tunnel, die Umgebung entzieht sich dem Blick. Zögern Sie deshalb nicht, auf die Schnellstraße zu verzichten – so können Sie die Vielzahl romantisch gelegener Ortschaften an den Ufern genießen.

Eine Eisenbahn, die sich von Como bis Colico schlängelt, erschließt zusätzlich Süden und Norden. Günstige Preise und meist verlässliche Fahrzeiten erleichtern auch unmotorisierten Besuchern die Entdeckung des Sees. Das öffentliche Busnetz ist gut und verlässlich ausgestaltet. Natürlich braucht es – wie in allen Regionen dieser Welt – seine Zeit, sich an die örtlichen Gegebenheiten und Gepflogenheiten zu gewöhnen. Ferner gelangt man auch über das Wasser oder gar durch die Luft von A nach B. Sehr gut ausgebaut ist das Schifffahrtsnetz: Vor allem in der warmen Jahreszeit stehen, neben dem täglich und absolut pünktlich verkehrenden Tragflächenboot [Bild unten], auch zahlreiche andere Schiffe zur Verfügung, die fast jeden Ort am See bedienen. Die Anlegestellen sind durch einheitliche Gestaltung am gesamten See sofort zu erkennen. Fahrpläne geben schnell und sicher Auskunft über die aktuellen Verbindungen. In Como befindet sich ein Flugplatz für Wasserflugzeuge, die Piloten bringen Sie zu jeder gewünschten Stelle des Lario.

Wassersport am Comer See

In sportlicher Hinsicht
ermöglicht der Comer See Höchstleistungen. Wassersport ist die unangefochtene Nummer 1: Segeln, Windsurfen, Kitesurfen, Tauchen, Wasserski und Motorboot fahren sind die beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der Touristen. Die erforderliche Infrastruktur bieten beispielsweise die Orte Domaso, Gera Lario, Sorico und Colico. Auch Golfer kommen auf einer großen Zahl gut gepflegter Neun- und 18-Loch-Golfplätze auf ihre Kosten. Am Comer See gibt es zudem wunderbare Gelegenheiten für den Pferdesport, zum Angeln, Bergsteigen und auch zum Paragliding.

Kulinarisch hat die Region um den Lago di Como viel zu bieten. An den Promenaden der Urlaubsorte finden Sie, neben der klassisch-italienischen Ristorante-Pizzeria in großer Vielfalt, ein beachtliches Angebot an Ostellerias. Nicht extra erwähnt zu werden brauchen die auch hier gegenwärtigen Fastfood-Angebote. Um exquisite mediterrane Leckerbissen zu finden, lohnt es sich, genauer hinschauen und mitunter auch weiter zu fahren. Einschlägige Lokale erkennen Sie meist an besonders liebevoll und elegant gedeckten Tischen. Hingegen findet man einheimische, oftmals deftige Küche nur noch in den kleineren Ortschaften oberhalb 500 Höhenmeter. Schade! Doch der „klassische“ Urlaubertypus traut sich an einheimische Lokale nicht wirklich heran. Das, was er erwartet, leckerer Hauswein, Pizza oder Pasta, kann zwar vorzüglich schmecken, doch diese Vorlieben bringen typische traditionelle Gaumenfreuden zum Aussterben oder zur Abwanderung.

Wer lieber selber kocht, nutzt natürlich die Wochenmärkte, die jeden Tag an einem anderen Ort stattfinden. Hier gibt es die frischesten Lebensmittel, Obst und Gemüse ebenso wie köstlichen Käse, von heimischen Bauern selbst hergestellt, dazu Schinken und Wurst. Ein Blick in die Supermärkte zeigt Ihnen, warum die Wochenmärkte unverzichtbar sind: Gemüse aus Holland, Obst aus Spanien. Einheimische Produkte haben Seltenheitswert. Umso empfehlenswerter sind lokale Feste, die stets einem regionalen Produkt, Käse, Honig, Oliven und anderem gewidmet sind. Diese farbenfrohen, stimmungsvollen und meist sehr gut besuchten Veranstaltungen zeigen, was die Region wirklich zu bieten hat. Unbedingt einen Besuch wert sind die wenigen Weinkellereien am Comer See, die es tatsächlich noch gibt. Traditionelle Weinbaugebiete werden in jüngster Zeit immer öfter reaktiviert, sonnenverwöhnter Wein wartet auf die Verkostung.

 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 18. März 2011 um 18:27 Uhr
 
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